09/28/2016


Weltweit mit dem NFC-Smartphone den ÖPV nutzen!


Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie war Anfang September Gastgeber des ersten weltweiten Austausches zwischen Verkehrsunternehmen und der Mobilfunkbranche zum Thema NFC. Ziel ist es, die NFC-Schnittstelle in Smartphones zukünftig weltweit für eTickets nutzen zu können. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Projektpartner von OPTIMOS, der GSMA und dem NFC-Forum.

 

Zum ersten Mal haben Verkehrsunternehmen aus aller Welt und die Mobilfunkbranche auf internationaler Ebene eng in der Standardisierung zusammenarbeiten. Der Grund ist die Nutzung der sich immer weiter verbreitenden Funktion der Near Field Communication (NFC) in Smartphones mit der bestehenden Infrastruktur des weltweiten öffentlichen Personenverkehrs. Aus diesem Grund trafen sich in Berlin zum ersten Mal Verkehrsunternehmen und eTicket-Systemanbieter aus zehn Ländern (die insgesamt ca. 80 % aller weltweit verwendeten eTicket-Systeme repräsentieren) mit Vertreter der Mobilfunkbranche und internationaler Standardisierungsgremien, um praktisch zu testen, was in den vergangenen zwei Jahren intensiv erarbeitet wurde. Die Lösung zur Interoperabilität zwischen der ÖPV Infrastruktur und mobilen NFC-Endgeräten.

Da liegt der nächste logische Schritt nahe, die NFC-Smartphones in der bestehenden ÖPV-Infrastruktur zu nutzen. Dazu musste jedoch die Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich NFC-Mobilgeräte und ÖPV-Lesegeräte bzw. Chipkarten zuverlässig zusammen funktionieren.

Zu diesem Zweck haben das NFC Forum, eine gemeinnützige Industrievereinigung, die den Einsatz von NFC-Technologie unterstützt und die GSMA, der Weltbranchenverband der Mobilfunkunternehmen, vor 2 Jahren eine internationale Arbeitsgruppe gegründet. Teilnehmer sind  Experten des NFC Forum, der Mobilnetzbetreiber, der Normungsgremien des ÖPV und Vertreter von ÖPV Dienstanbietern. Das Ziel der Harmonisierungsarbeiten der Arbeitsgruppe war, Lücken zwischen den beiden Gruppen von Standards zu schließen und so sicherzustellen, dass NFC-Mobilgeräte zuverlässig in den verschiedenen Infrastrukturen des globalen ÖPV verwendet werden können.

Auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurde die internationale Interoperabilität erstmalig praktisch erprobt. Dieser erste internationale Test ist geglückt. Die aus Ländern wie z.B. Irland, Hongkong, Spanien und Japan mitgebrachten ÖPV-Terminals funktionierten mit ausgewählten NFC-Smartphones von Samsung und Sony, die bereits den neuen interoperablen Spezifikationen entsprechen.

Um zukünftig NFC-Handytickets im Deutschen ÖPV zu nutzen, fördert das BMWi im Rahmen der NFC-Initiative der Bundesregierung das Forschungsprojekt OPTIMOS. Die insgesamt 18 Projektpartner aus dem ÖPV, der Mobilfunkbranche und der IT-Sicherheit arbeiten gemeinsam unter der Koordination des VDV eTicket Service an einem offenen NFC-Öko-System und an sicheren Architekturen für künftige Generationen von NFC-Mobilgeräten. Die Ergebnisse von OPTIMOS dienen als proof-of-Concept für die internationale NFC- und ÖPV-Standardisierung. 

Zu den OPTIMOS Projektpartner gehören die Bundesdruckerei, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Giesecke & Devrient, Governikus, Infineon, KAPRION, NXP Semiconductors, die Rheinbahn, Samsung, Sony, die Technische Universität Dresden, Telefónica, die Deutsche Telekom, T-Systems, der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB), Vodafone und als Projektkoordinator der VDV eTicket Service.

Gefördert wird OPTIMOS durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und hat eine Laufzeit bis Februar 2018.

Weitere Informationen zu OPTIMOS finden Sie unter www.optimos.org